Abgasführung nach DVGW-Arbeitsblatt G 634

In Räumen, in denen die Gesamtnennwärmebelastung der Gasgeräte der Art A (Geräte ohne Verbrennungskammer, z. B. Hockerkocher, Gasherd etc.) mehr als 50 kW beträgt, sind Dunstabzugsanlagen zu installieren und so anzuordnen, dass die Abgase über diese abgeführt werden. So schreibt es das DVGW-Arbeitsblatt G 634 vor. Durch Sicherheitseinrichtungen ist zu gewährleisten, dass die Gaszufuhr zu den Brennern nur freigegeben wird, wenn die Absaugung sichergestellt ist. Für eine Teilbelastung von höchstens 14 kW kann auf diese Sicherheitseinrichtung verzichtet werden.

Alle Gasverbrauchseinrichtungen in der Großküche müssen, wenn ihre Nennwärmebelastung über 14 kW liegt, an eine Abgasanlage angeschlossen werden.

Ausgenommen hiervon sind:

  • offene Kochstellen von Herden und solche mit aufgelegten Wärme-, Brat- und Grillplatten
  • Hockerkocher
  • Wasserbäder
  • Kippbratpfannen
  • Wärmeräume
  • Brat- und Backöfen als Einzelgeräte mit einer Muffel à 14 kW
  • Glaskeramik-Kochfelder à 14 kW
  • Wärmeplatten
  • Heißluftdämpfer/Heißumluftgeräte à 14 kW
  • Friteusen à 14 kW


Die nachfolgend aufgeführten Geräte sind immer an eine Abgasanlage anzuschließen:

  • geschlossene Kochstellen, Glühplatten und Kochplatten
  • Brat- und Backöfen mit mehr als einem Brat-/Backherd (Muffel)
  • Brat- und Backöfen in Herden mit geschlossenen Kochstellen
  • Konditoreibacköfen
  • Kochkessel
  • Schnellkochkessel/Schnellkochgruppen
  • Kochschränke (Dampfschränke)
  • Heißluftdämpfer/Heißumluftgeräte über 14 kW
  • Brat-, Koch-, Dämpf- und Fritierautomaten
  • Friteusen über 14 kW


Die Abgase von Feuerstätten müssen abgeführt werden über:

  • Hausschornsteine nach DIN V 18160-1 (2006-01)
  • Abgasanlagen mit mechanischer Abgasabführung nach DVGW-Arbeitsblatt G 660
  • Dunstabzugsanlagen
  • Die gemeinsame Abführung von Abluft und Abgas von Gasgeräten der Art B (Gasgerät mit gegenüber dem Aufstellungsraum offener Verbrennungskammer für den Anschluss an einen Schornstein) bedarf entsprechend der Bauordnung des betreffenden Landes einer Genehmigung.


Gasgeräte der Art B mit Brennern ohne Gebläse, deren Abgasabführung über einen Schornstein mit natürlichem Auftrieb erfolgt, müssen mit einer Strömungssicherung ausgerüstet sein, die Bestandteil der Feuerstätte sein muss.

Gasgeräte der Art B, deren Abgas über Dunstabzugshauben abgeführt werden, bedürfen keiner Strömungssicherung. Die vom Hersteller zu liefernde Aufstromstrecke darf nicht gekürzt werden. Die Filter müssen für die auftretenden Abgastemperaturen geeignet sein.

Geräte der Art B, deren Abgas unter Lüftungsdecken abgeführt wird, müssen mit Aufstromstrecken und Strömungssicherungen ausgerüstet sein. Die Aufstromstrecke darf nicht gekürzt werden.

Erfolgt die Abgasführung von Gasgeräten Art B über Dunstabzugsanlagen, so ist durch Sicherheitseinrichtungen zu gewährleisten, dass die Gaszufuhr zu den Brennern nur freigegeben wird, wenn die Absaugung sichergestellt ist.

Lüftung des Aufstellungsraumes – Verbrennungsluftversorgung

Gemäß DVGW-Arbeitsblatt G 634 muss die Verbrennungsluftversorgung entweder durch Außenfugen oder über Öffnungen ins Freie (z. B. durch Fenster-, Schacht- oder Dachaufsatzlüftung) oder durch eine raumlufttechnische Anlage (RLT-Anlage) erfolgen.

Für Kleinküchen mit einer Gesamtnennwärmebelastung von nicht mehr als 50 kW ist die Verbrennungsluftversorgung durch Außenfugen oder über Öffnungen ins Freie zulässig.

Bei Belüftung über Fenster, die geöffnet werden können, oder Türen, die ins Freie führen, ist ein Rauminhalt des Aufstellungsraumes von mindestens 4 m3/kW Gesamtnennwärmebelastung erforderlich. Verbrennungsluftverbund ist nicht zulässig.

Bei zwei Lüftungsöffnungen (je 150 cm2 freier Querschnitt) und der Platzierung - eine nahe an der Decke und eine nahe dem Fußboden - genügt ein Rauminhalt des Aufstellungsraumes von je 2 m3/kW Gesamtnennwärmebelastung. Die Lüftungsöffnungen dürfen mit Verschlussklappen versehen sein, wenn gewährleistet ist, dass die Gasgeräte durch entsprechende Sicherheitseinrichtungen nur bei geöffneten Klappen in Betrieb gehen. Sind die aufgeführten Bedingungen für die Verbrennungsluftversorgung nicht einzuhalten, ist eine RLT-Anlage vorzusehen.

Verbrennungsluftversorgung durch RLT-Anlagen

Küchen, in denen Gasgeräte mit einer Gesamtnennwärmebelastung von mehr als 50 kW installiert sind, müssen mit RLT-Anlagen be- und entlüftet werden. Werden die RLT-Anlagen nach VDI 2052 ausgelegt, ist die Verbrennungsluftversorgung für die Gasgeräte sichergestellt.

Wesentliche raumlufttechnische Forderungen nach VDI 2052

Bei der Planung ist von einer Raumlufttemperatur in Küchen von 26 Grad C auszugehen.
Raumluftwechsel (Lufterneuerung) aufgrund anfallender Wärmelasten von über 40 h-1 können zu Zugerscheinungen führen. Es muss vermieden werden, dass hygienisch bedenkliche Luft aus anderen Räumen in die Küche gelangt.

Besonders schutzbedürftige Zonen innerhalb der Küche (z. B. kalte Küche, Fleischbereitung) müssen mit Zuluft-Überschussbetrieben werden. Die Abluft muss in unmittelbarer Nähe wärmeverbrauchender Küchengeräte abgesaugt werden. Der Schalldruckpegel ist bei hohen Anforderungen auf 50 dB (A) und bei niedrigen Anforderungen auf 60 dB (A) zu begrenzen.

 

Küchenlüftung

Bei der Auslegung von raumlufttechnischen Anlagen ist die Wärmeabgabe der Koch- und Bratgeräte (s. hierzu VDI 2052, März 1984) zu berücksichtigen. Die nachfolgend aufgeführte Tabelle enthält Anhaltswerte für den Gleichzeitigkeitsfaktor für die Nutzung der Küchengeräte eines Raumes.

Geräte für die Großküche

Mit den Gerätesteckbriefen haben Sie alle Geräte für die Gastronomie und das Hotelgewerbe im Überblick aufbereitet – vom Kochkessel bis zur Friteuse.

Handbuch Gastronomie

Die Broschüre enthält unter anderem Planungshilfen bei der Einrichtung der Großküche und die Aufstellung von Küchengeräten.

Gasgeräte in gewerblichen Küchen

Moderne Gasgeräte kommen in vielen Großküchen zum Einsatz. Für den Aufbau der Geräte sind einige fachspezifische Regeln zu beachten.