Abgasführung nach DVGW-Arbeitsblatt G 631, ehemals G 634

In Räumen, in denen Gasgeräte der Art A installiert werden, sind Küchenentlüftungsanlagen (z. B. Dunstabzugsanlagen) zu installieren und so anzuordnen, dass die Abgase über diese abgeführt werden. So schreibt es das DVGW-Arbeitsblatt G 631 vor. Für eine Gesamtnennleistung bis 14 kW werden Anforderungen an das Raumvolumen, vorhandene Fenster/Tür ins Freie und den Volumenstrom der Küchenentlüftungsanlage erhoben. Über 14 kW Gesamtnennleistung ist durch Sicherheitseinrichtungen zu gewährleisten, dass die Gaszufuhr zu den Brennern nur freigegeben wird, wenn die Abführung der Abgase sichergestellt ist. Alle Gasgeräte der Art A in der Großküche müssen, wenn ihre Nennwärmebelastung über 14 kW liegt, an eine Einrichtung zur Abführung der Abgase angeschlossen werden. Die Abgase von Gasgeräten der Art B sind unabhängig von der Leistung über eine Abgasanlage abzuführen oder indirekt über eine Küchenentlüftungsanlage abzuführen.


Im DVGW-Arbeitsblatt G 631 "Installation von gewerblichen Gasgeräten in Anlagen für Bäckereien und Konditoreien, Fleischereien, Gastronomie und Küche, Räuchereien, Reifung, Trocknung sowie Wäschereien", welches im März 2012 als überarbeitete Fassung veröffentlicht wurde, sind die DVGW-Arbeitsblätter G 629, G 630, G 631 und G 634 zusammengefasst.


Das DVGW-Arbeitsblatt G 631 ergänzt das DVGW-Arbeitsblatt G 600 "Technische Regel für Gasinstallationen" bzw. die Technischen Regeln Flüssiggas für die Planung, Erstellung, Änderung, Betrieb und Instandhaltung von Gasanlagen mit gewerblichen Gasgeräten. Sie gilt für gewerbliche

  • Bäckerei- und Konditoreianlagen
  • Fleischereianlagen
  • Gastronomie-/Küchenanlagen
  • Räucheranlagen
  • Reifungsanlagen
  • Trocknungsanlagen
  • Wäschereianlagen


die mit Gasen nach dem DVGW-Arbeitsblatt G 260 mit Betriebsdruck von bis zu 100 mbar versorgt werden und die CE-Kennzeichnung nach EG-Gasgeräterichtlinie tragen.


Die Technische Regel gilt nicht für

  • Anlagen zur Gebäudeerwärmung und Trinkwassererwärmung
  • Gasgeräte, die speziell zur Verwendung bei industriellen Verfahren in Industriebetrieben bestimmt sind
  • Gasgeräte zur CO2-Anreicherung
  • Gasgeräte in Mastanlagen
  • Gasgeräte in Tieraufzuchtsanlagen


Die Abgase von Gas-Feuerstellen müssen abgeführt werden über:

  • Hausschornsteine nach DIN V 18160-1
  • Abgasanlagen mit mechanischer Abgasabführung nach DVGW-Arbeitsblatt G 660
  • Dunstabzugsanlagen
  • Die gemeinsame Abführung von Abluft und Abgas von Gasgeräten der Art B (Gasgerät mit gegenüber dem Aufstellungsraum offener Verbrennungskammer für den Anschluss an einen Schornstein) bedarf entsprechend der Bauordnung des betreffenden Landes einer Genehmigung.


Beim Gerätetyp B wird nach G 631 in direkte und indirekte Abgasführung unterschieden. Bei der direkten Abgasführung muss eine Abgasleitung vorhanden sein.


Die indirekte Abgasführung erfolgt über die Küchenlüftungsanlage. Das Regelwerk schreibt für diesen Fall  eine Überwachung der Abgasabführung vor.


Die Überwachung gewährleistet, dass eine Gaszufuhr nur freigegeben wird, wenn eine sichere Abgasabführung gewährleistet ist. Für die überwachte Abgasabführung über Lüftungsdecken und Abgashauben gilt für Gasgeräte Typ A und Typ B

  • die zentrale Absperrrichtung muss aus zwei hintereinander geschalteten, automatisch wirkenden Absperrventilen bestehen
  • die Überwachungseinheit muss gemäß DIN EN 13611 ausgeführt sein


Gasgeräte der Art B mit Brennern ohne Gebläse, deren Abgasabführung über einen Schornstein mit natürlichem Auftrieb erfolgt, müssen mit einer Strömungssicherung ausgerüstet sein, die Bestandteil der Feuerstätte sein muss.


Gasgeräte der Art B, deren Abgase indirekt über Dunstabzugshauben oder Lüftungsdecken abgeführt werden, bedürfen keiner Strömungssicherung. Die vom Hersteller zu liefernde Aufstromstrecke darf nicht gekürzt werden. Die Filter und Entlüftungsanlagen müssen für die auftretenden Abgastemperaturen geeignet sein.

Lüftung des Aufstellungsraumes – Verbrennungsluftversorgung

Gemäß DVGW-Arbeitsblatt G 631, ehemals G 634 muss die Verbrennungsluftversorgung entweder durch Außenfugen oder über Öffnungen ins Freie (z. B. durch Fenster-, Schacht- oder Dachaufsatzlüftung) oder durch eine raumlufttechnische Anlage (RLT-Anlage) erfolgen.


Für Kleinküchen mit einer Gesamtnennwärmebelastung von nicht mehr als 50 kW ist die Verbrennungsluftversorgung durch Außenfugen, Außenluftdurchlässe (ALD) oder über Öffnungen ins Freie zulässig.


Bei Belüftung über Fenster, die geöffnet werden können, oder Türen, die ins Freie führen, ist ein Rauminhalt des Aufstellungsraumes von mindestens 4 m3/kW Gesamtnennwärmebelastung erforderlich. Verbrennungsluftverbund ist nicht zulässig.


Bei zwei Lüftungsöffnungen ins Freie (je 150 cm2 freier Querschnitt) und der Platzierung - eine nahe an der Decke und eine nahe dem Fußboden - genügt ein Rauminhalt des Aufstellungsraumes von je 2 m3/kW Gesamtnennwärmebelastung. Die Lüftungsöffnungen dürfen mit Verschlussklappen versehen sein, wenn gewährleistet ist, dass die Gasgeräte durch entsprechende Sicherheitseinrichtungen nur bei geöffneten Klappen in Betrieb gehen. Sind die aufgeführten Bedingungen für die Verbrennungsluftversorgung nicht einzuhalten, ist eine RLT-Anlage vorzusehen.

 

Verbrennungsluftversorgung durch RLT-Anlagen

Küchen, in denen Gasgeräte mit einer Gesamtnennwärmebelastung von mehr als 50 kW installiert sind, müssen mit RLT-Anlagen be- und entlüftet werden. Werden die RLT-Anlagen nach VDI 2052 ausgelegt, ist die Verbrennungsluftversorgung für die Gasgeräte sichergestellt.

 

Wesentliche raumlufttechnische Forderungen nach VDI 2052

Bei der Planung ist von einer Raumlufttemperatur in Küchen von 26 Grad C auszugehen. Raumluftwechsel (Lufterneuerung) aufgrund anfallender Wärmelasten von über 40 h-1 können zu Zugerscheinungen führen. Es muss vermieden werden, dass hygienisch bedenkliche Luft aus anderen Räumen in die Küche gelangt.


Besonders schutzbedürftige Zonen innerhalb der Küche (z. B. kalte Küche, Fleischbereitung) müssen mit Zuluft-Überschuss betrieben werden. Die Abluft muss in unmittelbarer Nähe wärmeverbrauchender Küchengeräte abgesaugt werden. Der Schalldruckpegel ist bei hohen Anforderungen auf 50 dB (A) und bei niedrigen Anforderungen auf 60 dB (A) zu begrenzen.

 

Küchenlüftung

Bei der Auslegung von raumlufttechnischen Anlagen ist die Wärmeabgabe der Koch- und Bratgeräte (s. hierzu VDI 2052, März 1984) zu berücksichtigen. Die nachfolgend aufgeführte Tabelle enthält Anhaltswerte für den Gleichzeitigkeitsfaktor für die Nutzung der Küchengeräte eines Raumes.

Geräte für die Großküche

Geräte für die Großküche |  ( Datei / 0.00 B)

Mit den Gerätesteckbriefen haben Sie alle Geräte für die Gastronomie und das Hotelgewerbe im Überblick aufbereitet – vom Kochkessel bis zur Friteuse.

Handbuch Gastronomie

Handbuch Gastronomie |  ( Datei / 0.00 B)

Die Broschüre enthält unter anderem Planungshilfen bei der Einrichtung der Großküche und die Aufstellung von Küchengeräten.

Gasgeräte in gewerblichen Küchen

Gasgeräte in gewerblichen Küchen |  ( Datei / 0.00 B)

Moderne Gasgeräte kommen in vielen Großküchen zum Einsatz. Für den Aufbau der Geräte sind einige fachspezifische Regeln zu beachten.