Für mehr Energieeffizienz in Fleischereien

Fleischereien wenden jährlich zwischen drei und acht Prozent ihres Umsatzes für Energie auf. Über die Hälfte der benötigten Energie wird zur Erzeugung von Prozess- und Heizwärme aufgewandt. Dieser hohe Anteil resultiert aus der Tatsache, dass das Garen von Wurst- und Fleischwaren einen wesentlichen Bestandteil des Fleischereiprozesses ausmacht. Die meisten Garmethoden (Kochen, Backen, Braten, Dämpfen) können wiederum als energie- und insbesondere wärmeintensive Prozesse eingestuft werden. Neben dem Garen entfällt ein großer Teil des anfallenden Wärmebedarfes auf die Bereitstellung von Heizwärme und Warmwasser. Letzteres wird in Fleischereien sowohl während der Fleischverarbeitung als auch für Reinigungszwecke (erhöhte Hygieneanforderungen) in besonderem Maß benötigt. Für die Bereitstellung von Wärme ist es grundsätzlich immer sinnvoll, einen Brennstoff zu verwenden, welcher direkt in Wärme umgewandelt werden kann.

Aufteilung der Energieverbräuche

Neben Wärme fallen in Fleischereibetrieben auch andere Energiebedarfe im Rahmen der Kälteerzeugung (Waren und Räumlichkeiten) sowie der Verarbeitungsprozesse (Betrieb von Maschinen z. B. Kutter, Füller, Tumbler) und Versorgungstechnik (z. B. Beleuchtung, RLT-Anlagen, Fahrstühle, Spül- und Waschmaschinen) an. Diese Energiebedarfe werden in der Regel auf elektrischem Wege gedeckt.


Betrachtet man den Gesamtenergiebedarf, zeigt sich, dass neben Garprozessen, Heizen und Warmwasserbereitung die Kühlung mit rund einem Viertel einen nennenswerten Teil am Gesamtenergieverbrauch ausmacht. Die verbleibenden 25 Prozent entfallen auf Verarbeitungsprozesse und Versorgungstechnik.


Die dargestellten Aufteilungen der Energieverbräuche sind als Orientierungshilfe zu verstehen, da sie das Ergebnis einer Stichprobe sind. Aufgrund der individuellen Arbeitsprozesse sowie der Ausstattung sollten die tatsächlichen Energieverbräuche jedes Fleischereibetriebs berechnet bzw. idealerweise messtechnisch erfasst werden. Für die Ableitung effektiver Verbesserungsmaßnahmen ist eine Aufstellung der realen Energieverbräuche zwingend notwendig.

Einsparmöglichkeiten in Fleischereien

Die Möglichkeiten zur Reduktion der Energiebedarfe in Fleischereien sind vielfältig. Einige dieser Möglichkeiten können sogar ohne zusätzliche Investitionen ausgeschöpft werden. So kann sich die Optimierung der Arbeitsabläufe und eine gute Planung der Prdouktionsräume positiv auf das Betriebsergebnis auswirken.

  • Reduktion der maximalen Warmwassertemperatur auf 65 °C
  • Geschlossenhalten von Deckeln und Türen von Kesseln, Koch-, Universal- und Kälteanlagen
  • Erhöhung/Optimierung der Anlagenauslastung von Koch- und Kühlgeräten
  • Wartungs- und Pflegeintervalle sämtlicher Geräte beachten (Reinigung, Abtauen, Entkalken etc.)
  • Heizende und kühlende Geräte getrennt voneinander platzieren
  • Abschalten von Geräten nach Betriebsschluss
  • Produktionsgerechte Einstellung der Geräte
  • Energetisch günstige Aufstellung der Kondensatoren von Kälteanlagen (schattig, niedrige Umgebungstemperatur, geringe Staub- und Pollenbelastung)
  • Anpassung des Temperaturniveaus und der Betriebszeiten der Heizung an tägliche und saisonale Unterschiede
  • Überlegte Routenplanung und energiesparendes Fahren bei der Auslieferung
  • Schulung der Mitarbeiter zum energiesparenden Verhalten (Beleuchtung, Lüftung, Geräte, An- und Auslieferung)

Effizienzsteigerung durch moderne Technik

Für die energetische Optimierung von Fleischereien stehen eine Reihne von Maßnahmen zur Verfügung:
 

Installation effizienter Fleischerei- und Prozesstechnik

  • Beschaffung energieeffizienter Geräte im Austauschfall (gute Wärmedämmung, effiziente Elektromotoren, Frequenzumrichter, Brennwerttechnik)
  • Anschluss geeigneter Geräte an das Warmwassernetz (Kochkessel, Universalanlage, Spülmaschine etc.)
     

Zur Herstellersuche


Effizienzsteigerung durch Nutzung von hausinternen Abwärmepotenzialen

  • Wärmerückgewinnung aus Abluft- und Abgasströmen
  • Abwärmenutzung zur Erzeugung von Trinkwarmwasser und Heizwärme
  • Einbindung eines Pufferspeichers zur Verbesserung der Betriebszeiten von Heizkesseln sowie zur Nutzbarmachung von Abwärmepotenzialen (z. B. Kältemaschinen)


Effizienzsteigerung durch Reduktion thermischer Verluste

  • Reduktion des Heizwärmebedarfes durch zusätzliche Dämmung der Außenwände und Austausch der Fenster gegen Wärmeschutzverglasung
  • Optimierung der Wärmedämmung von Geräten und Verteilsystemen (Dampf- und Wasserrohre)
  • Anbringen von Kälteschutzvorhängen in Kühlkammern zur Reduktion des Luftwechsels beim Öffnen der Türen


Effizienzsteigerung im Bereich von Querschnittstechnologien

  • Einbau drehzahlgeregelter Umwälzpumpen
  • Tausch der Beleuchtung in LED-Technologie und bedarfsorientierte Steuerung der Beleuchtung (Tageslicht- und Bewegungs-/Präsenzsensoren)
  • Verminderung des Wärmeeintrags in Kühlkammern und -theken durch Austausch der Beleuchtung gegen LED-Technologie
  • Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (z. B. BHKW oder Mikrogasturbinen)


Zur Übersicht der Fördermaßnahmen



Effizienzsteigerung durch Regelungstechnik

  • Intelligente Steuerungstechnik von Geräten und gebäudetechnischen Einrichtungen (z. B. Heizungen)
  • Begrenzung der elektrischen Leistungsspitzen durch automatisiertes kurzzeitiges Abschalten von geeigneten Geräten (Lastmanagement)


Nutzung Erneuerbarer Energien

  • Installation von PV- oder Solarthermie-Kollektoren

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