Für mehr Effizienz bei der Warmlufterzeugung – Erdgas in der Landwirtschaft

Die deutsche Land-, Forstwirtschaft und Fischerei zählt zu den umsatzstärksten Branchen in Deutschland, vor allem wenn man den erzielten Umsatz ins Verhältnis zum eingesetzten Personal setzt: 651.000 Erwerbstätige erwirtschafteten 2014 einen Produktionswert von 52,7 Milliarden Euro. Eine weitere Zahl verdeutlicht den inzwischen erreichten Automatisierungsgrad in der Agrarwirtschaft: Heutzutage ernährt ein Landwirt 145 Menschen; nach dem Zweiten Weltkrieg lag diese Zahl noch bei zehn.

Wenn weniger Menschen in einer Branche arbeiten, die Erzeugungsleistung aber in jedem Jahr ansteigt, dann erfolgt das Wachstum umso mehr auf automatisiertem Wege. Und bei einem steigenden Grad der Automatisierung wächst auch der Energiebedarf: Die rund 278.000 landwirtschaftlichen Betriebe wenden im Schnitt zwischen 8 und 11 Prozent ihrer Wirtschaftskraft für die Energiekosten auf. Im Übrigen ist Deutschland in Europa nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes (DBV) bei Nahrungsmitteln und landwirtschaftlichen Produkten nach Frankreich das größte Produzentenland in der EU.

Warmlufterzeugung in Ställen

Wärme und Warmlufterzeugung spielen auf Bauernhöfen bei der Beheizung der Betriebs- und Wohnräume eine große Rolle. Im eigentlichen landwirtschaftlichen Betrieb haben vorwiegend die Kleintierzucht (vor allem die Ferkelaufzucht) sowie die sensiblen Mastbereiche einen Bedarf an künstlicher Wärme. Ein Beispiel hierfür sind die sogenannten Ferkelnester, in denen die Tiere den ersten Teil ihrer Lebenszeit verbringen: Diese Ferkelnester werden mit sogenannten Zonenheizungen auf Strahlungsbasis beheizt.

Zonenheizungen arbeiten mit Wärmeplatten oder gasbetriebenen Dunkelstrahlern. Inzwischen kommen vermehrt Fußbodenheizungen zum Einsatz, durch die sich bis zu 25 Prozent Energiekosten einsparen lassen. Auch Kombinationen aus Strahlungs- und Fußbodenheizung sind möglich. Alle diese Systeme erfüllen dabei die sensiblen Brandschutzvorschriften in Stallungen.

Erdgas und Erdgas-Heizungen lassen sich außer für Heizzwecke auch zur Trocknung von Getreide, Saatgut oder Futtermitteln verwenden: Bei der direkten Warmlufterzeugung werden dabei die schadstoffarmen Abgase für den Trocknungsprozess genutzt. Bei der indirekten Heizung wird die benötigte Warmluft über einen Wärmetauscher erhitzt.

Wärme und Strom selbst produzieren

Auf vielen Bauernhöfen wird ein Teil der benötigten Energie selbst produziert. Ein klassisches Modell dafür ist die gleichzeitige Erzeugung von Wärme und Strom in einem Blockheizkraftwerk (BHKW). In einem BHKW treibt ein mit Erdgas betriebener Verbrennungsmotor einen Generator zur Stromerzeugung an. Die heißen Abgase und die Abwärme des Motorblocks werden zur Erwärmung des Heizwassers für die Heizungsanlage und des Trink- und Brauchwassers genutzt.

Für ein solches BHKW eignet sich natürlich auch im landwirtschaftlichen Betrieb bzw. in einer Biogasanlage erzeugtes Biogas.  Dieses aus Energiepflanzen, Reststoffen aus der Landwirtschaft und Bioabfällen gewonnene Gas kann zum Beispiel direkt in einem Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Wärme und Strom genutzt werden. Getrocknet, entschwefelt und aufbereitet lässt es sich als Bio-Erdgas auch ins Gasnetz einspeisen. Aus Biogas oder Bio-Erdgas erzeugter Strom wird nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz vergütet.

Ein BHKW lässt sich auch sehr gut mit einer Adsorptionskältemaschine kombinieren.

Erdgasgeräte im landwirtschaftlichen Betrieb

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Fragen zu Bio-Erdgas

Diese Broschüre greift die gängigsten Fragen, Thesen und Vorteile zum Thema Bio-Erdgas aus und stellt ihnen die tatsächliche Faktenlage gegenüber.

Erneuerbares Bio-Erdgas

Zu Bio-Erdgas aufbereitetes Biogas ist ein erneuerbarer Energieträger, der aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird und nahezu CO2-neutral ist.