Energieeinsparverordnung: Anforderungen an Nichtwohngebäude

Die Anforderungen an energetische Qualität und Nutzung von Erneuerbaren Energien zur Deckung des Wärmeenergiebedarfs an Wohn- und Nichtwohngebäuden werden in der Energieeinsparverordnung (EnEV) und dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) formuliert. Die EnEV ist die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in nationales Recht. Ziel der Energieeinsparverordnung ist es, dazu beizutragen, dass ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand bis 2050 erreicht werden kann.

Was regelt die Energieeinsparverordnung?

Durch die Energieeinsparverordnung werden konkrete Anforderungen an die energetische Qualität von Wohn- und Nichtwohngebäuden formuliert, die errichtet, erweitert oder modernisiert werden. Gewerblich genutzte Gebäude fallen unter die Kategorie Nichtwohngebäude. Die aktuelle Novellierung trat am 01.02.2014 mit der EnEV 2014 in Kraft.


Die Verordnung gilt nach § 1 EnEV für alle Gebäude, die unter Einsatz von Energie beheizt oder gekühlt werden sowie für Anlagen für Heizung, Kühlung, Raumlufttechnik, Beleuchtung und Warmwasserbereitung. Nicht Gegenstand der Verordnung ist der Energieeinsatz in Produktionsprozessen. Weiterhin gibt es Ausnahmen von der Verordnung, wie zum Beispiel für Traglufthallen oder Kirchen.

Was sind die Anforderungen der Energieeinsparverordnung im Gewerbe?

Die Energieeinsparverordnung unterscheidet bei der Festlegung bestimmter Anforderungen nach dem Temperaturniveau (12 °C bis < 19 °C bzw. ≥ 19 °C) und nach der Raumhöhe (≤ 4 m bzw. > 4 m) eines konditionierten Raumes. Besonderheiten von Hallengebäuden werden hierdurch berücksichtigt. Alle Gebäude müssen die baulichen Mindestanforderungen nach DIN 4108-2:2013-02 erfüllen.


Hauptanforderungsgrößen der EnEV sind der zulässige Primärenergiebedarf sowie der bauliche Wärmeschutz. Der Primärenergiebedarfs-Anforderungswert wird auf dem Wege des Referenzgebäude-Verfahrens  (§ 4 Nr. 1 EnEV 2014) individuell für das zu beurteilende Gebäude bestimmt. Bauvorhaben ab 01.01.2016 müssen den Referenzwert um mindestens 25 Prozent unterschreiten. Für die wärmeübertragende Umfassungsfläche von Nichtwohngebäuden gelten Höchstwerte für den Mittelwert der Wärmedurchgangskoeffizienten U je Bauteilgruppe.


Weitere technische Nebenanforderungen gelten bezüglich des sommerlichen Wärmeschutzes, der Vermeidung von Wärmebrücken, der Gebäudedichtheit und technischer Details der Anlagentechnik sowie der Wartung von Anlagenkomponenten.


Weiterhin stellt die Energieeinsparverordnung Anforderungen an die Modernisierung von Nichtwohngebäuden. Diese sind so auszuführen, dass die Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) der betroffenen Flächen für die Außenbauteile festgelegte Höchstwerte nicht überschreiten. Alternativ gilt die Anforderung als erfüllt, wenn das geänderte Nichtwohngebäude den Jahresprimärenergiebedarf des Referenzgebäudes und die Höchstwerte der mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten der wärmeübertragenden Umfassungsfläche um nicht mehr als 40 Prozent überschreitet. Im Modernisierungsfall erfolgt keine Verminderung des Referenzwertes um 25 Prozent.


Bei Energiebedarfsrechnungen für Nichtwohngebäude im Rahmen der Energieausweis-Ausstellung nach EnEV muss das Berechnungsverfahren nach DIN V 18599 angewendet werden. Da der Nachweis der Einhaltung des EEWärmeG sich wesentlich auf die Ergebnisse der Energiebedarfsberechnung nach EnEV stützt, ist die DIN V 18599 auch für diesen Nachweis bei Nichtwohngebäuden in der Regel unabdingbar.


Für die Energiebedarfsrechnung steht spezielle Software zur Verfügung. Die Berechnung sollte immer durch einen Experten, beispielsweise durch ein Ingenieur-Büro oder einen Energieberater vorgenommen werden.