Hygieneanforderungen an die Warmwasserbereitung

Die Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch (Trinkwasserverordnung – TrinkwV) regelt die Qualität von Trinkwasser und damit auch die Untersuchungspflichten zur Trinkwassererwärmung für festgelegte Parameter.

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien, welche im Wasser vorkommen und durch Inhalation kontaminierter Aerosole, die zum Beispiel beim Duschen entstehen, zu Infektionen führen können.

Entsprechend Trinkwasserverordnung besteht daher in Mehrfamilienhäusern (ab 3 Wohneinheiten) eine Überprüfungspflicht auf Legionellen mindestens alle drei Jahre, wenn das Speichervolumen der zentralen Trinkwassererwärmung größer 400 l ist und/oder der Inhalt der Anlage in mindestens einer Rohrleitung zwischen Abgang des Trinkwassererwärmers und der letzten Entnahmestelle mehr als 3 Liter beträgt.

DVGW Arbeitsblatt 551

Technische Maßnahmen zur Verminderung des Legionellenwachstums mit Auswirkungen auf den Energiebedarf für die Warmwasserbereitung und -verteilung werden im DVGW Arbeitsblatt W 551 beschrieben. Legionellen wachsen vermehrt im Temperaturbereich zwischen 30 °C und 45 °C, insofern zielen die Maßnahmen auf die Vermeidung dieses Temperaturbereiches bei Planung, Errichtung und Betrieb der Trinkwassererwärmung und -verteilung. Definitionen sowie Anforderungen des Arbeitsblattes, die Auswirkungen auf den Energiebedarf der Warmwasserbereitung und -verteilung haben, sind in unten stehender Abbildung dargestellt. Unter Trinkwassererwärmern sind Speicher-Trinkwassererwärmer und zentrale Durchfluss-Trinkwassererwärmer zu verstehen. Dezentrale Trinkwassererwärmer mit einem nachgeschalteten Leitungsvolumen ≤ 3 Liter können ohne weitere Maßnahmen betrieben werden. Das Arbeitsblatt W 551 ist eine allgemein anerkannte Regel der Technik.

Technische Regeln für die Planung von Trinkwasser-Installationen in Gebäuden und auf Grundstücken sind in DIN 1988-200 und DIN EN 806-2 festgeschrieben.

Bezüglich der hygienischen Anforderungen an die Verteilung von Warmwasser gilt das DVGW Arbeitsblatt W 551 mit folgenden Anforderungen:

  • Einhaltung einer Temperatur von mindestens 60 °C am Warmwasseraustritt des Trinkwassererwärmers
  • Ausnahme: zentrale Trinkwassererwärmer mit hohem Wasseraustausch (Ein- oder Zweifamilienhäuser), hier kann die Warmwassertemperatur auf ≥ 50 °C eingestellt werden, Betriebstemperaturen < 50 °C sind aber zu vermeiden
  • Rohrleitungsinhalte von > 3 Liter: Einbau von Zirkulationsleitungen oder selbstregelnden Temperaturhaltebändern
  • keine Überschreitung eines Temperaturabfalls von 5 K in zirkulierenden Trinkwasser-Installationen
  • Hygienisch einwandfreie Verhältnisse: Zirkulationssysteme können für höchstens 8 h in 24 h unterbrochen werden (Abschalten der Zirkulationspumpe)
  • Vorwärmstufen oder Trinkwassererwärmer mit integrierter Vorwärmstufe (bivalenter Speicher): Der gesamte Speicherinhalt der Vorwärmstufe und bei Trinkwassererwärmern mit integrierten Vorwärmstufen der gesamte Inhalt des Speichers (unabhängig vom Speicherinhalt) ist einmal täglich auf ≥ 60 °C aufzuheizen.

Definitionen sowie Anforderungen des Arbeitsblattes DVGW W 551

Es wird auf die Einhaltung der Anforderungen des DVGW Arbeitsblattes W 551 verwiesen. Anforderungen an die Wärmedämmung von Warmwasserleitungen und -armaturen erfolgen analog zu den Vorgaben der EnEV.