Fachbegriffe zu Erdgas

Mit unserem Erdgas-Glossar erklären wir Ihnen kurz und bündig die wichtigsten Fachbegriffe zu Gas und Gastechnologien.

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Fachbegriffe von Abgas bis Autogas

Abgas

Als Abgas werden die bei der Verbrennung entstehenden Gase bezeichnet. Hauptbestandteile sind Stickstoff (N2), Wasserdampf (H2O), Sauerstoff (O2) und Kohlenstoffdioxid (CO2).

Abgasanlage

Die Abgasanlage ist die Einrichtung zum Abführen der Abgase von der Feuerstätte/Feuerungsanlage ins Freie.

Abgasverlust

Der Abgasverlust ist die Energiemenge, die im Abgas noch vorhanden ist und ungenutzt die Feuerungsanlage verlässt.

Abluft

Die aus einem Raum abgeführte/ausströmende Luft nennt man Abluft.

Absorber

Als Absorber wird in der Abgasreinigung ein verfahrenstechnisches Gerät verstanden, in dem Abgas mit einem Flüssigkeitsstrom in Kontakt gebracht wird, um die im Abgas enthaltenen Schadstoffe in der Flüssigkeit aufzunehmen. Der Absorber wird auch als Gaswäscher bezeichnet. In der Solarthermie ist ein Absorber ein Teil des Sonnenkollektors, in dem die Sonnenstrahlung in Wärme umgewandelt wird.

Abwärmenutzung

Siehe Wärmerückgewinnung

Autogas

Siehe LPG

Fachbegriffe von Bar bis Brennwerttechnik

Bar (Einheit)

Bar ist eine in der (Gas-)Technik weiterhin verwendete Einheit für den Druck. Bar ist SI-konform, obwohl die internationale SI-Einheit für den Druck Pascale (Pa) ist. Dabei entspricht 1 bar dem Druck von einem Kilogramm (1 kg) auf der Fläche von einem Quadratzentimeter (cm2).

Biogas

Biogas als Brenngas ist ein Naturprodukt, welches bei Vergärung von Biomasse unter Ausschluss von Sauerstoff (O2) und Licht entsteht. Als organisches Ausgangsmaterial dienen Energiepflanzen, tierische Exkremente (Gülle, Mist) sowie kommunale und industrielle Abfall-und Reststoffe. Um gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen, müssen als Ausgangsbasis dienende Energiepflanzen nachhaltig und gewässerverträglich angebaut werden. Das (Roh-)Biogas ist ein brennbares Gasgemisch mit einem Methangehalt (CH4) zwischen 42 und 75 Prozent. Weitere Hauptbestandteile sind Kohlenstoffdioxid (CO2), Schwefelverbindungen und Wasser (H2O). Biogas wird in der Regel direkt in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen genutzt oder zu Biomethan aufbereitet.

Biokraftstoff

Als Biokraftstoff werden flüssige oder gasförmige Kraftstoffe bezeichnet, die aus Biomasse hergestellt werden.

Biokraftstoffquote / Biokraftstoffquotengesetz

Das Biokraftstoffquotengesetz (BioKraftQuG) ist ein Gesetz, welches die Inverkehrbringer von Kraftstoffen verpflichtet, einen vorgeschriebenen Mindestanteil von Biokraftstoffen am Kraftstoffabsatz sicherzustellen.

Biomasse

Der Begriff Biomasse beinhaltet im energietechnischen Sinn organische Substanzen, die zu energetischen Zwecken (z. B. zur Strom- oder Wärmeerzeugung) verwendet werden können. Nicht als Biomasse gelten hingegen biogene fossile Brennstoffe wie Erdöl, Kohle, Erdgas und Torf, weil diese die Kriterien der Erneuerbarkeit nicht erfüllen.

Biomethan / Bio-Erdgas

Biomethan (oder auch Bio-Erdgas) ist aufbereitetes (Roh-)Biogas, welches nach der Aufbereitung (Trocknung, CO2-Abscheidung und Entschwefelung) die gleichen verbrennungstechnischen Eigenschaften wie Erdgas hat und in das Erdgasnetz eingespeist werden kann. Biomethan ist ein weitgehend CO2-neutraler Erneuerbarer Energieträger.

Bivalenter Antrieb

Als bivalenter Antrieb wird ein Motor bezeichnet, der mit zwei verschiedenen Kraftstoffarten betrieben werden kann, z. B. Erdgas und Benzin.

Blockheizkraftwerk (BHKW)

Ein Blockheizkraftwerk ist eine Anlage zur gleichzeitigen und kombinierten Erzeugung von Strom und nutzbarer Wärme (siehe KWK). Mehr zu BHKW erfahren

Blower-Door-Test

Ein Blower-Door-Test ist ein Verfahren, mit dem die Luftdichtheit eines Gebäudes bestimmt wird. Dazu wird die bei definierten Druckdifferenzen nachströmende Luft gemessen. Bei einem Blower-Door-Test können mit geringem zusätzlichen Aufwand undichte Stellen in der Gebäudehülle aufgezeigt werden.

Brenner (inkl. Verbrennung i.S.v. Reaktion mit Sauerstoff)

Unter einem Brenner versteht man eine Komponente zur Aufbereitung, Luftbeimischung, Zündung und kontrollierten Verbrennung gasförmiger, flüssiger sowie fester Brennstoffe.

Brenngase

Brenngase sind brennbare Gase oder Gasgemische. Bei der Reaktion mit (Luft-)Sauerstoff (O2) wird Wärme oder auch Strom freigesetzt. Brenngase sind z. B. Erdgas, Propan (C3H8), Butan (C4H10), Wasserstoff (H2) oder Biogas.

Brennstoffzelle

In einer Brennstoffzelle wird die im Brennstoff gebundene chemische Energie direkt – ohne Verbrennung – in elektrische Energie und Wärme gewandelt. Das Funktionsprinzip entspricht dabei einer umgekehrten Elektrolyse. Als Energieträger dient meist Wasserstoff, der oft aus Erdgas reformiert wird. Brennstoffzellen sind eine spezielle Form der KWK und tragen durch die kombinierte Wärme- und Stromerzeugung zur Einsparung von Primärenergie und Schadstoffemissionen im Vergleich zur getrennten Erzeugung bei. Mehr zur Brennstoffzelle erfahren

Brennwert Hs

Unter dem Brennwert versteht man die Wärmemenge, die bei vollständiger Verbrennung eines Brennstoffs frei wird, wenn der bei der Verbrennung entstehende Wasserdampf (H2O) kondensiert. Der Brennwert wird z.B. in kWh/m3, kJ/m3 oder kJ/kg angegeben. Im Gegensatz dazu bleibt bei der Bestimmung des Heizwertes (Hi) die im Wasserdampf (H2O) enthaltene Kondensationswärme unberücksichtigt. Der Brennwert liegt bei Erdgas 11 Prozent über dem Heizwert, bei Heizöl sind es 6 Prozent.

Brennwerttechnik

Bei der Brennwerttechnik werden die Abgase im Betrieb soweit abgekühlt, dass eine (teilweise) Kondensation des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes (H2O) stattfindet und die dabei freiwerdende Kondensationswärme zusätzlich zur sensiblen Verbrennungswärme genutzt wird. Mehr zu Gas-Brennwert erfahren

Fachbegriffe von CNG bis COP-Wert

CNG

Als CNG (engl. Compressed Natural Gas) wird unter hohem Druck verdichtetes gasförmiges Erdgas bezeichnet, welches z.B. in Erdgasfahrzeugen in Druckgasbehältern mit rund 200 bar gespeichert wird.

CO2

Siehe Kohlenstoffdioxid (CO2)

CO2-Zertifikate

Um den CO2-Ausstoß zu begrenzen, wird im EU-Emissionshandel jährlich eine begrenzte Menge von CO2-Zertifikaten ausgegeben. Betreiber größerer Anlagen, die im Emissionshandel erfasst sind, müssen für ihre CO2-Emissionen entsprechende Mengen an CO2-Zertifikaten erwerben, welche gehandelt werden können.

Contracting

Beim Contracting übernimmt ein Energielieferant (Contractor) die Versorgung einer Liegenschaft des Kunden mit der benötigten Energie, z.B. Wärme. Dafür übernimmt der Contractor den Betrieb und ggf. die Optimierung einer bestehenden technischen Anlage oder investiert in eine neue Anlage und betreibt diese. Der Kunde bezahlt dem Contractor i.d.R. einen bestimmten Arbeitspreis für die gelieferte Energie sowie einen Grundpreis. Mehr zu den Contracting-Modellen erfahren

COP-Wert

Der COP (Coefficient of Performance, Leistungszahl) ist das Verhältnis der von einer Wärmepumpe abgegebenen Wärmeleistung zur eingesetzten Antriebsleistung in einem bestimmten Betriebspunkt. COP-Werte sind Momentanwerte, sie werden unter definierten Testbedingungen gemessen.

Fachbegriffe von Deponiegas bis DVGW-Regelwerk

Deponiegas

In Deponien entstehen, durch Zersetzungsprozesse von organischen Materialien, Gase. Diese Deponiegase werden i.d.R. abgesaugt und können bei ausreichendem Gasanfall zur Erzeugung von Wärme oder Strom verwertet werden.

Dezentrale Wärmeerzeugung

Bei der dezentralen Wärmerzeugung wird jeder Raum bzw. jede Nutzungseinheit durch einen Wärmeerzeuger versorgt. Beispiele sind Gasetagenheizungen oder dezentrale Durchlauferhitzer für die Warmwasserbereitung. Im Gegensatz dazu wird bei einer Zentralheizung das gesamte Gebäude durch einen (oder ggf. mehrere) zentrale Wärmerzeuger versorgt.

DIN-Normen

DIN-Normen (DIN – Deutsches Institut für Normung e.V.) sind Dokumente, in denen Anforderungen an Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren festgelegt sind. Speziell im Bereich der Gastechnik werden Rohrwerkstoffe, Werkstoffe der Armaturen sowie Prüf- und Bauausführungen von Sicherheits- und Regeleinrichtungen und Gasverbrauchseinrichtungen in DIN-Normen festgelegt. DIN-Normen werden im Bereich der Gastechnik durch das umfangreiche DVGW-Regelwerk ergänzt.

Dreizugkessel

Der Dreizugkessel ist ein Wärmeerzeuger, bei dem die Heizgase durch drei Züge strömen, wodurch die Verweilzeit der Verbrennungsgase in der heißesten Zone des Kessels verringert wird. Dadurch wird die Stickoxid-Bildung (NOX) gesenkt und die Effizienz verbessert.

Dunkelstrahler

Dunkelstrahler sind Heizgeräte für die gewerbliche Anwendung, bei denen innerhalb eines Rohres ein Brenngas-Luft-Gemisch verbrennt und damit das Rohr erwärmt. Das durch die Flamme und den Abgasstrom erwärmte Strahlrohr gibt Infrarotstrahlung in den Raum, hat jedoch bei Temperaturen von 500 °C bis 600 °C immer noch eine graue Oberfläche, glüht also nicht sichtbar. Mehr zu Dunkelstrahlern erfahren

Durchlauferhitzer

Ein Durchlauferhitzer ist ein Gerät zur Warmwasserbereitung. Dabei wird das durchströmende Wasser mittels Energiezufuhr durch Gasverbrennung oder Strom auf die voreingestellte Temperatur erwärmt. Es findet keine Speicherung des erwärmten Wassers statt. Mehr zur direkten Trinkwassererwärmung erfahren

DVGW-Regelwerk

Das Regelwerk des DVGW – Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs – beinhaltet technische Regeln für sämtliche technisch-wissenschaftliche Aktivitäten im Gas- und Wasserfach, z.B. für den Bau, den Betrieb und die Unterhaltung von Gasanlagen.

Fachbegriffe von Emissionen bis Erneuerbare Energien

Emissionen inkl. Emissionsgrenzwerte

Als Emission bezeichnet man die Freisetzung von Schadstoffen und auch die Abgabe von Wärme, Strahlung, Geräuschen u.Ä., in der Regel durch technische Systeme. Emissionsgrenzwerte legen die Höchstwerte für die rechtlich zulässige Emissionsabgabe an die Umwelt fest. Die erfolgt beispielsweise im Bundes-Immissionsschutzgesetz, den dazugehörigen Verordnungen (BImSchV) oder der TA-Luft (Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft).

Endenergie

Unter Endenergie wird Energie verstanden, die – nach verlustbehafteter Gewinnung, Aufbereitung, Umwandlung und Transport – beim Verbraucher zur Verfügung gestellt wird. Endenergieträger sind beispielsweise Erdgas, Heizöl, Pellets, Strom, Fernwärme/Fernkälte oder Kraftstoffe.

Energie

Als Energie bezeichnet man physikalisch die Fähigkeit, Arbeit zu verrichten oder Wärme abzugeben. Im energiewirtschaftlichen Sinn werden gasförmige Brennstoffe wie Erdgas, flüssige Kraftstoffe, Strom und feste Energieträger wie Holz und Kohle als Energie bezeichnet.

Energiebilanz

In einer Energiebilanz wird das Aufkommen, die Umwandlung und die Verwendung von Energieträgern in einem bestimmten Zeitraum z.B. in einem Wirtschaftsgebiet bilanziert. 

Energieeffizienzklasse

Mit der Energieeffizienzklasse wird angegeben, ob ein Gerät oder Gebäude vergleichsweise viel oder wenig Energie (Strom bzw. anderer Energieträger) verbraucht. Die Klassifizierung erfolgt mit Großbuchstaben, die beste Energieeffizienzklasse wird als A bezeichnet (ggf. durch "+" erweitert). Je geringer die Effizienzklasse, desto weiter hinten im Alphabet stehende Buchstaben werden verwendet.

Energiemanagementsystem

Unter einem Energiemanagementsystem versteht man ein Instrument, mit dem Unternehmen oder Organisationen kontinuierlich ihre Energieeffizienz erfassen und somit verbessern können. Mehr zum Energiemanagement erfahren

Energierückgewinnung

Die Energierückgewinnung ist eine Maßnahme, bei der Energie, die sonst nach einem Prozess ungenutzt an die Umgebung abgegeben würde, erneut nutzbar gemacht wird. Ein Beispiel dafür ist die Wärmerückgewinnung in Lüftungsanlagen.

Erdgas

Erdgas ist ein fossiler Brennstoff, der vor ca. 600 Mio. Jahren durch natürliche Prozesse entstanden ist. Erdgas ist farblos, ungiftig und geruchlos. Hauptbestandteil mit mehr als 90 Prozent ist Methan (CH4). Weitere Bestandteile in deutlich geringeren Anteilen sind z. B. Kohlenstoffdioxid (CO2), Stickstoff (N2), Ethan, Ethen, Propan (C3H8), Butan (C4H10) und Edelgase. Je nach Herkunft und Aufbereitung unterscheidet sich Erdgas in seiner Zusammensetzung und im Heizwert bzw. Brennwert. Erdgas wird durch die Beimischung erneuerbarer Gase (z.B. Bio-Erdgas oder synthetisches Gas aus dem Power-to-Gas-Verfahren) zunehmend erneuerbarer. Mehr zu den Vorteilen von Erdgas erfahren

Erdgasfahrzeuge

Ein Fahrzeug, das mit einem Verbrennungsmotor (Ottomotor) ausgestattet ist und mit Erdgas als Kraftstoff betrieben wird, nennt man Erdgasfahrzeug. Im Ottomotor wird ein Erdgas-Luft-Gemisch verbrannt. Das Erdgas verbrennt ohne Ruß sowie nahezu ohne Feinstaub und verursacht geringere CO2-Emissionen als ein benzinbetriebener Motor. Mehrere Autohersteller haben Erdgasfahrzeuge verschiedener Größenklassen im Angebot. Mehr zur Erdgasmobilität erfahren

Erdgasnetz

Unter dem Erdgasnetz wird das Rohrleitungssystem verstanden, welches zur Verteilung des Gases von der Lagerstätte bis zum Verbraucher dient. Es wird dabei zwischen Hoch-, Mittel-, und Niederdruckleitungen unterschieden. Das Erdgasnetz kann zusätzlich zu seiner Verteilfunktion auch eine Speicherung des Erdgases, durch Druckerhöhung des im Rohrsystem befindlichen Gases, übernehmen. Das Erdgasnetz in Deutschland hat eine Länge von rund 500.000 Kilometern.

Erdgasspeicher

Unter einem Erdgasspeicher versteht man unterirdische oder auch Übertagespeicher für Gas. Die Ein- und Ausspeicherung erfolgt u.a. aus versorgungstechnischen Gründen und/oder aufgrund der Marktgegebenheiten. Die 50 deutschen Untertage-Gasspeicher an 39 Standorten können gut 24 Mrd. m3 Arbeitsgas aufnehmen. Das entspricht einem Viertel der in Deutschland im Jahr 2017 verbrauchten Erdgasmenge.

Erneuerbare Energien

Unter erneuerbarer bzw. regenerativer Energie wird Energie aus im Rahmen menschlichen Zeitmaßstäben unerschöpflichen Energiequellen verstanden. Zu den regenerativen Energiequellen zählen die Sonne, die Erdwärme (Geothermie) sowie das Gravitationssystem Sonne-Erde-Mond (Gezeiten). Erneuerbare Energie kann entweder direkt (z.B. Sonnenstrahlungsenergie) oder indirekt, in Form von Biomasse, Wind, Wasserkraft, Wellenenergie sowie Umgebungswärme, genutzt werden.

Fachbegriffe von Flüssiggas bis Fußbodenheizung

Flüssiggas

Als Flüssiggase werden Gase bezeichnet, die bei Umgebungstemperatur gasförmig vorliegen, aber durch technisch gut realisierbare Druckerhöhung verflüssigt und in Druckbehältern mit einem geringeren Volumen gelagert und transportiert werden können. Eines der am häufigsten angewendeten Flüssiggase ist LPG, ein Gemisch aus Propan (C3H8) und Butan (C4H10). Es wird meist in Raffinerieprozessen aus Erdöl gewonnen und als Kraftstoff verwendet.

Flüssiges Erdgas (LNG)

Flüssiges bzw. verflüssigtes Erdgas (englisch Liquefied Natural Gas – LNG) ist Erdgas, welches auf Temperaturen unter –161 °C abgekühlt wird und damit in den flüssigen Aggregatzustand übergeht. Dabei verringert sich das Volumen um den Faktor 600 gegenüber gasförmigem Erdgas, LNG kann daher gut transportiert werden. Die chemische Zusammensetzung bleibt unverändert, Hauptbestandteil ist Methan (CH4). Mehr zu LNG erfahren

Flüssiggasanlage

Eine Flüssiggasanlage ist eine Anlage zur Nutzung von Flüssiggas als Energieträger. Diese besteht aus der Versorgungsanlage mit einem Flüssiggasspeicher und der Verbrauchsanlage.

Fossile Energieträger

Unter fossilen Energieträgern versteht man die brennbaren Abbauprodukte von abgestorbenen Pflanzen und Tieren, die in geologischer Vorzeit entstanden sind. Dazu zählen Erdöl, Erdgas, Braun- und Steinkohle sowie Torf und daraus gewonnene Produkte. Im Gegensatz zu erneuerbaren Energien sind fossile Energien in menschlichen Zeitmaßstäben nicht regenerierbar und somit endlich verfügbar.

Fußbodenheizung

Eine Fußbodenheizung ist ein System zur Beheizung von Räumen, bei dem im Fußbodenaufbau Heizelemente integriert sind, z.B. wasserführende Kunststoffrohre in Verbindung mit einer Zentralheizung. Fußbodenheizungen benötigen nur geringe Vorlauftemperaturen, sind aber in der Regelung verhältnismäßig träge.

Fachbegriffe von Gasanlage bis Grundpreis

Gasanlage

Die Gasanlage im Gebäude beginnt mit der Hauptabsperreinrichtung und setzt sich üblicherweise aus Leitungsanlage, Armaturen, Sicherheitseinrichtungen, Gaszähler und Gasgeräten sowie Luft- und Abgasanlage zusammen.

Gasdruck

Als Gasdruck wird der statische Überdruck des Gases in der Versorgungsleitung gegenüber der Atmosphäre verstanden. Gebräuchliche Einheiten sind Bar oder Millibar.

Gasgeruch

Erdgas ist von Natur aus geruchslos. Aus Sicherheitsgründen müssen Brenngase, die zur öffentlichen Gasversorgung verwendet werden, einen deutlich wahrnehmbaren Warngeruch haben. Dem Erdgas wird daher ein Geruchsstoff beigemischt und so der typische Gasgeruch erzeugt (siehe Odorierung).

Gasheizkessel

Der Gasheizkessel ist ein Wärmeerzeuger, der mit Gas betrieben wird. Er dient dazu, die im Brenngas enthaltene chemische Energie durch Verbrennung zu Wärmenergie umzuwandeln und diese an einen Wärmeträger – i.d.R. das umlaufende Heizungswasser – abzugeben.

Gasheizstrahler

Unter einem Gasheizstrahler versteht man ein Gasgerät, bei dem die Energie hauptsächlich durch Wärmestrahlung abgeben wird (siehe Strahlungsheizung). Zu den Gasheizstrahlern zählen u. a. Dunkel- und Hellstrahler.

Gasspeicher

Siehe Erdgasspeicher

Gasströmungswächter

Der Gasströmungswächter ist ein Bauteil einer Gasanlage, welches den Gasdurchfluss bei Überschreitung eines bestimmten Durchflusses (z.B. bei Beschädigung der nachfolgenden Gasleitung) aus Sicherheitsgründen selbsttätig unterbricht und damit ein ungewolltes Ausströmen des Gases verhindert.

Gastankstellen

Gastankstellen sind Anlagen zum Betanken der gasbetriebenen Fahrzeuge. Deutschlandweit gibt es aktuell ca. 860 Erdgas-Tankstellen.

Gasturbine

Eine Gasturbine ist eine Wärmekraftmaschine, in der Erdgas verbrannt und mit der dabei entstehenden Wärmeenergie eine Turbine angetrieben wird. Die Turbine treibt meist einen Generator zur Stromerzeugung an.

Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk (GuD-Prozess)

Ein Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerk (GuD-Kraftwerk) ist ein Kraftwerk, bei dem Gas zunächst in einer Gasturbine verbrannt und zur Stromerzeugung genutzt wird. Mit den heißen Abgasen der Gasturbine wird Dampf erzeugt, der in einer Dampfturbine erneut Strom erzeugt. GuD-Kraftwerke erreichen dadurch hohe elektrische Wirkungsgrade.

Gaswärmepumpe

Gaswärmepumpen nutzen Gas als Antriebsenergie für einen Wärmepumpenprozess. Man unterscheidet gasmotorische Wärmepumpen, bei denen ein Gasmotor einen Kompressor antreibt, und Sorptions-Gaswärmepumpen, bei denen Ad- oder Absorptionsprozesse für eine sogenannte thermische Verdichtung genutzt werden. Bei allen Gaswärmepumpen wird zusätzlich zur eigentlichen Gasenergie Umweltwärme genutzt und damit die Energieeffizienz verbessert. Mehr zu Gaswärmepumpen erfahren

Gaszähler

Ein Gaszähler misst das Volumen der verbrauchten Gasmenge. Für die Abrechnung wird das gemessene Gasvolumen anschließend in kWh umgerechnet.

Gaszusammensetzung

Erdgas ist ein natürliches Gasgemisch, dessen Zusammensetzung je nach Lagerstätte schwanken kann. Der Hauptbestandteil ist immer Methan (CH4). Erdgas aus russischen Lagerstätten besteht z.B. typischerweise aus folgenden Bestandteilen: Methan (CH4) 97,96 Vol%; Stickstoff (N2) 0,89 Vol%; Ethan 0,70 Vol%; höhere KW 0,32 Vol%; Kohlenstoffdioxid (CO2) 0,13 Vol%.

Gebäudeklassen

Gebäude werden nach den Landesbauordungen der einzelnen Bundesländer nach Nutzung, Fläche und Höhe in die Klassen 1 bis 5 eingeteilt. Durch diese Klassen ergeben sich spezielle Bauteil- und Baustoffforderungen (z.B. Feuerwiderstandsdauer).

Gerätewirkungsgrad

Der Gerätewirkungsgrad beschreibt das momentane Verhältnis von zugeführter Energie zur abgegebenen Nutzenergie. Bei Heizkesseln wird dieser als Kesselwirkungsgrad bezeichnet, er beschreibt hier das Verhältnis von abgegebener Wärmeleistung zur eingesetzten Brennstoffwärmeleistung.

Grundgebühr

Siehe Grundpreis

Grundlast

Die Grundlast ist der Anteil der Leistung in einem Versorgungsgebiet, welche durchgehend benötigt wird.

Grundpreis

Der Grundpreis (die Grundgebühr) ist eine Kostenkomponente der Energielieferung z. B. auf einer Gasrechnung, die im Gegensatz zum Arbeitspreis vom Verbrauch unabhängig ist und feste Kosten des Versorgers decken soll.

Fachbegriffe von Heizwert bis Hydraulischer Abgleich

Heizwert Hi

Unter dem Heizwert versteht man die Wärmemenge, die bei vollständiger Verbrennung eines Brennstoffs frei wird. Die in dem bei der Verbrennung entstehenden Wasserdampf (H2O) enthaltene Kondensationswärme wird dabei nicht berücksichtigt. Der Heizwert wird z.B. in kWh/m3, kJ/m3 oder kJ/kg angegeben. Im Gegensatz dazu wird bei der Bestimmung des Brennwertes (HS) die im Wasserdampf (H2O) enthaltene Kondensationswärme berücksichtigt.

Hellstrahler

Hellstrahler sind Heizgeräte für die überwiegend gewerbliche Anwendung, bei dem ein Brenngas-Luft-Gemisch an einer hochtemperaturbeständigen, porösen Brennfläche nahezu flammenlos verbrannt wird, wobei sich die Brennerfläche auf Temperatur bis über 900 °C erwärmt und dabei sichtbar glüht. Die nutzbare Wärme wird im Wesentlichen als Infrarotstrahlung abgegeben. Mehr zu Hellstrahlern erfahren

H-Gas

Unter H-Gas (High caloric gas) wird Erdgas mit mindestens 87 Prozent Methan (CH4) und einem höheren Heizwert als L-Gas (Low caloric gas) verstanden. Das Erdgas H wird in Deutschland überwiegend aus Lagerstätten in Russland, Norwegen und Großbritannien, aber auch aus den USA oder Asien bezogen.

Hybrid-Gerät / hybrides Heizsystem

Ein hybrides Heizsystem ist eine abgestimmte technische Kombination verschiedener Wärmeerzeuger und/oder Energieträger bzw. Energiequellen zur Wärmebereitstellung. Im Wohngebäudebereich sind beispielsweise kompakte Lösungen mit einem Erdgas-Brennwertkessel und einer elektrischen Luft-Wasser-Wärmepumpe verfügbar. Weitere Beispiele sind Gas-Brennwertkessel und Solarthermie, oder BHKW und Spitzenlastkessel. Mehr zu Gas-Hybridheizungen erfahren

Hydraulischer Abgleich

Als hydraulischer Abgleich wird die Installation und Einstellung hydraulischer Komponenten in der Heizungsanlage zur Erreichung der planmäßigen Sollmasseströme bezeichnet.
Ein hydraulisch abgeglichenes Heizungsnetz ist Voraussetzung für einen energieeffizienten und wirtschaftlichen Betrieb der Heizungsanlage. Zudem werden Komforteinbußen, wie die Unter- bzw. Überversorgung der Heizkörper (Räume) mit Wärme, sowie mögliche Strömungsgeräusche an den Heizkörperventilen verhindert.

Fachbegriffe von Immissionen bis Ionisationsüberwachung

Immissionen

Unter Immissionen wird das Einwirken von Emissionen auf lebende Organismen oder Gegenstände wie beispielsweise Gebäude oder Menschen verstanden.

Inerte

Inerte sind Bestandteile eines Brenngases, welche nicht brennbar sind, z.B. Stickstoff (N2) und Kohlenstoffdioxid (CO2).

Infrastruktur

Alle staatlichen und privaten Einrichtungen, die für eine ausreichende Daseinsvorsorge und wirtschaftliche Entwicklung als erforderlich gelten, werden als Infrastruktur verstanden. Die Infrastruktur wird meist in technische (z. B.  Energie- und Wasserversorgung) und soziale Infrastruktur (z.B. Bildungseinrichtungen) unterteilt.

Ionisationsüberwachung

Eine Ionisationsüberwachung im Gasgerät ist eine Sicherheitseinrichtung zur Flammenüberwachung. Die heißen Verbrennungsgase sind ionisiert und damit elektrisch leitend. Wenn keine Verbrennung und damit keine Ionisation stattfindet, dann unterbricht die Ionisationsüberwachung die Gaszufuhr und verhindert damit ein ungewolltes Ausströmen unverbrannter Brenngase.

Fachbegriffe von Jahresarbeitszahl bis Jahreswirkungsgrad

Jahresarbeitszahl (JAZ)

Eine Jahresarbeitszahl (JAZ) beschreibt das Verhältnis der Mengen der innerhalb eines Jahres abgegebenen Nutzwärme und der Antriebsenergie einer Wärmepumpe.

Jahres-Heizkostenabrechnung

Im Geltungsbereich der Heizkostenverordnung wird eine verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung für alle Häuser, die von zentralen Heizungs- und Warmwasseranlagen versorgt werden, vorgeschrieben. Danach muss der Vermieter mindestens 50 Prozent, aber höchstens 70 Prozent der Heizungs- und Warmwasserkosten nach Verbrauch verteilen. Der Rest wird nach einem festgelegten Maßstab auf die Mieter umgelegt.

Jahresnutzungsgrad

Ein Jahresnutzungsgrad eines Heizgerätes ist das Verhältnis der abgegebenen Wärmemenge zum Energiegehalt des verbrauchten Brennstoffs innerhalb eines Jahres.

Jahreswirkungsgrad

Ein Jahreswirkungsgrad ist ein im Zusammenhang mit Solarsystem verwendeter Begriff. Dieser ist von der Art des Solarsystems und von den Einstrahlungsbedingungen abhängig und spiegelt damit, zusätzlich zu den Eigenschaften des Systems, die klimatischen Bedingungen wider. Ein Jahreswirkungsgrad eines Solarsystems ist ein Maß für die Umwandlung der solaren Strahlungsleistung in nutzbare Wärmeleistung.

Fachbegriffe von Kalorimeter bis Kraft-Wärme-Kopplung

Kalorimeter

Der Kalorimeter ist ein Messgerät, mit dem der Brennwert und Heizwert eines Brennstoffes bestimmt werden kann.

Kehr- und Überprüfungsverordnung (KÜO)

Die KÜO ist eine bundesweit einheitlich geltende Verordnung und regelt u.a. die Verpflichtung für Eigentümer, die kehr- und überprüfungspflichtigen Feuerstätten (z.B. gas-/ölbetriebene Heizkessel, Einzelraumfeuerstätten) von einem Schornsteinfegerbetrieb fristgerecht reinigen bzw. überprüfen zu lassen.

Kennwerte

Kennwerte sind charakteristische Zahlenwerte und dienen der Quantifizierung eines Produktes/Vorgangs. Kennwerte von Gasen sind wichtige chemisch-physikalische Größen dieser Gase, wie z.B. Heizwert, Dichte, Viskosität.

Klärgas

Klärgas ist ein durch biologische Umwandlungsprozesse aus Abwässern gewonnenes Gas. Die Hauptbestandteile sind Methan (CH4) und Kohlenstoffdioxid (CO2). Das Gas kann zur Energieerzeugung genutzt werden.

klimaneutral

Als klimaneutral werden Vorgänge bezeichnet, die keine Treibhausgasemissionen verursachen oder deren Emissionen vollständig kompensiert werden. Damit beeinflussen sie nicht das Klima.

Kohlenstoffdioxid

Kohlenstoffdioxid oder Kohlendioxid (CO2) ist ein farbloses, nicht brennbares Gas, das als Produkt bei der Reaktion von Kohlenstoff und Sauerstoff (O2), z.B. bei der Verbrennung entsteht. Die durch menschliche Aktivitäten verursachte starke Zunahme der CO2-Emissionen ist die Hauptursache für den Klimawandel (Treibhauseffekt).

Kohlenstoffmonoxid

Kohlenstoffmonoxid oder Kohlenmonoxid (CO) ist ein giftiges, geruch- und farbloses Gas. Es kann bei der Verbrennung von Brennstoffen entstehen, wenn keine ausreichende Sauerstoffzufuhr erfolgt. Durch Wartung, Sicherstellen einer ausreichenden Luftzufuhr und sachgemäßen Gebrauch der Anlage kann die Entstehung von Kohlenmonoxid i.d.R. vermieden werden.

Kondensationswärme

Als Kondensationswärme wird die Wärmemenge bezeichnet, die bei der Kondensation des bei der Verbrennung entstehenden Wasserdampfs (H2O) zu flüssigem Wasser frei wird. Geräte mit Brennwerttechnik nutzen die Kondensationswärme, um den Wirkungsgrad zu erhöhen.

Kraft-Wärme-Kopplung

Bei der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) werden elektrische Energie und nutzbare Wärme für Heizzwecke oder Produktionsprozesse in einem gemeinsamen Prozess erzeugt. Mit der KWK können im Vergleich mit einer getrennten Erzeugung von Strom und Wärme Brennstoffeinsparungen und verringerte Treibhausgasemissionen erzielt werden. Mehr zu Kraft-Wärme-Kopplung erfahren

Fachbegriffe von Lambda-Regelung bis Luft-Abgas-System

Lambda-Regelung

Eine Lambda-Regelung regelt das Verhältnis zwischen zugeführtem Brenngas und zugeführter Verbrennungsluft. Sie sorgt damit für hohe Energieeffizienz und geringe Schadstoffemissionen.

Lastschwankungen

Lastschwankungen sind zeitliche Unregelmäßigkeiten der Abnahmemenge leitungsgebundener Energieträger z. B. Gas, Strom.

L-Gas

Als L-Gas (Low caloric gas) wird Erdgas mit weniger als 87 Prozent Methan (CH4) und einem geringeren Heizwert als H-Gas bezeichnet. Für Deutschland relevante L-Gasvorkommen sind in den Niederlanden und in heimische Lagerstätten.

LNG

Als LNG (Liquified Natural Gas) wird bei ca. –161 °C verflüssigtes Erdgas bezeichnet. In diesem flüssigen Zustand hat LNG ein etwa 600fach geringeres Volumen als gasförmiges Erdgas und kann somit effizient gelagert und transportiert werden, z.B. per Schiff oder Tankwagen. Mehr zu LNG erfahren

LPG

LPG (Liquified Petrol Gas) ist ein Flüssiggas, welches zum Einsatz in Fahrzeug-Verbrennungsmotoren kommt und hauptsächlich aus Propan (C3H8) und Butan (C4H10) besteht. Es ist auch bekannt als Autogas.

Luft-Abgas-System

Ein Luft-Abgas-System ist ein System, welches sowohl die Verbrennungsluftversorgung als auch die Abgasabführung für eine Feuerstätte sicherstellt. Gebräuchlich sind konzentrische Lösungen (Doppelrohre) und nebeneinander liegende Züge in einem gemeinsamen Schornstein. Durch die gegenläufige Strömungsrichtung wird dem Abgas Restwärme entzogen und die Verbrennungsluft vorgewärmt.

Fachbegriffe von Methan bis Monovalenter Antrieb

Methan

Methan ist ein brennbares, farb- und geruchloses Gas mit der chemischen Formel CH4. Methan ist der Hauptbestandteil von Erdgas.

Monovalenter Antrieb

Als monovalenter Antrieb wird ein Motor bezeichnet, welcher nur mit einem Energieträger betrieben wird.

Fachbegriffe von Nenndruck bis Nutzungsgrad

Nenndruck / Nennvolumenstrom

Der Nenndruck (PN) gibt an, mit welchem Druck ein Bauteil maximal betrieben werden kann.

Der Nennvolumenstrom gibt den Volumenstrom an, für welchen ein Gasgerät ausgelegt ist.

Nennwärmebelastung

Die Nennwärmebelastung bezeichnet die fest eingestellte Wärmebelastung eines Heizgeräts. Sie liegt zwischen größter und kleinster Wärmebelastung und wird üblicherweise in kW angegeben. Mit Wärmebelastung wird die Energiemenge, die einem Heizgerät durch den Brennstoff zugeführt wird, bezogen auf den Heizwert Hi bezeichnet.

Nennwärmeleistung

Unter der Nennwärmeleistung wird die von einem Heizgerät an das Heizsystem abgegebene Wärmeleistung verstanden. Bedingt durch Verluste bei der Energieumwandlung ist die Nennwärmeleistung geringer als die zugeführte Leistung.

Netzbetreiber

Betreiber von z. B. Gas- oder Stromnetzen heißen Netzbetreiber. Die zentrale Aufgabe der Netzbetreiber im deutschen Energieversorgungssystem ist der sichere und nachhaltige Betrieb der notwendigen Infrastruktur zur Aufnahme, zur Verteilung und zum Transport von elektrischer Energie bzw. von Gas.

Netznutzungsentgelt

Das Netznutzungsentgelt ist eine von den Netznutzern an den Strom- oder Gasnetzbetreiber zu entrichtende Gebühr, mit der die Aufwendungen für die Errichtung und den Unterhalt des Netzes finanziert werden.

Neutralisationseinrichtung

Eine Neutralisationseinrichtung ist eine technische Vorrichtung, welche das saure Kondensat einer Brennwertanlage vor der Einleitung in das öffentliche Abwassernetz neutralisiert. Neutralisationseinrichtungen sind nur unter bestimmten Bedingungen erforderlich, z.B. bei sehr großen Kondensatmengen, sehr saurem Kondensat oder säureempfindlichen Abwasserleitungen.

Niedertemperaturkessel (NT-Kessel)

Ein Niedertemperaturkessel ist ein Wärmeerzeuger, bei dem die Vorlauftemperatur gleitend in Abhängigkeit von der Außentemperatur auf 35 bis 40 °C abgesenkt werden kann. Dabei kann es kurzzeitig zur Kondensation des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes (H2O) kommen. Im Gegensatz zu den effizienteren Brennwertkesseln sind NT-Kessel jedoch nicht für die dauerhafte Kondensation des im Abgas vorhandenen Wasserdampfes geeignet. Sie nutzen die im Abgas enthaltene Kondensationswärme nicht und sind somit weniger effizient als ein Brennwert-Kessel.

Normnutzungsgrad

Der Normnutzungsgrad beschreibt den mittleren jährlichen Nutzungsgrad eines Heizkessels unter genormten Randbedingungen. Er wird nach DIN 4702 Teil 8 aus den gemessenen Nutzungsgraden bei fünf Teillast-Betriebspunkten ermittelt.

Normvolumen

Das Normvolumen ist das Volumen, welches ein Gas im physikalischen Normzustand (101,325 kPa, 0 °C) einnimmt.

Nutzenergie

Nutzenergie ist die Energie, die am Ende der Umwandlung und Verteilung zur Nutzung/Anwendung zur Verfügung steht, z.B. Wärme im genutzten Raum, Warmwasser, mechanische Energie, Licht.

Nutzungsgrad

Der Nutzungsgrad bezeichnet das Verhältnis der in einem gewissen Zeitraum abgegebenen Energie zur eingesetzten Energie.

Fachbegriffe von Odorierung bis Ölpreisbindung

Odorierung

Als Odorierung wird das Zusetzen eines Geruchsstoffes zu dem an sich geruchlosen Erdgas in der öffentlichen Gasversorgung bezeichnet. Damit wird erreicht, dass austretende Gase einen hinreichenden Geruch (Warngeruch) haben.

Ölpreisbindung

Als Ölpreisbindung wird die Ankopplung des Erdgaspreises an den Preis der Wettbewerbsenergie Öl bezeichnet.  Für das Endkundengeschäft hat die Ölpreisbindung de facto keine Bedeutung mehr. Seit der Liberalisierung des Gasmarktes im Jahr 2007 bildet sich der Gaspreis im Wesentlichen im Wettbewerb der Gasversorger. Preisanpassungen erfolgen nicht mehr aufgrund von Preisschwankungen am Ölmarkt, sondern ergeben sich direkt aus Veränderungen innerhalb der Kostenbestandteile des Gaspreises.

Fachbegriffe von Permeabilität bis Primärenergieverbrauch

Permeabilität

Die Permeabilität bezeichnet die Durchlässigkeit von Materialien gegenüber Gasen oder Flüssigkeiten.

Photovoltaik-Anlage

Bei der Photovoltaik-Anlage wird Sonnenstrahlungsenergie mit Hilfe von Solarzellen in elektrische Energie umgewandelt. Der in PV-Anlagen erzeugte Strom kann vor Ort direkt genutzt, in Batteriespeichern gespeichert oder in Stromnetze eingespeist werden. Vor der Einspeisung ist eine Umwandlung mittels eines Wechselrichters erforderlich.

Power-to-Gas

Power-to-Gas bezeichnet den Prozess der Umwandlung von Strom in einen gasförmigen Energieträger. Im Regelfall wird erneuerbarer Strom, z.B. von Windkraftanlagen, zur Wasserstoffherstellung genutzt. Gasförmige Energieträger sind gut speicherbar. Wird der synthetisch erzeugte Wasserstoff (H2) in einem weiteren Verfahrensschritt methanisiert, dann kann das Methan (CH4) problemlos im vorhandenen Erdgasnetz transportiert und gespeichert werden.

Preisanpassungsklausel

Als Preisanpassungsklausel werden vertragliche Bestimmungen bezeichnet, die eine automatische Preisanpassung in Abhängigkeit von der Entwicklung bestimmter Kriterien (z.B. Indexentwicklungen) beschreiben. Preisanpassungsklauseln sind insbesondere bei langfristigen Verträgen üblich.

Primärenergie

Primärenergie ist der Energiegehalt eines Energieträgers/Rohstoffes, der noch keiner Umwandlung unterworfen wurde. Primärenergieträger werden nach fossil (z.B. Erdöl, Erdgas, Braun- und Steinkohle) nuklear (z.B. Uran) und regenerativ (z.B. Sonnenenergie, Biomasse, Windkraft) unterschieden.

Primärenergiefaktor (PEF)

Primärenergiefaktoren (PEF) geben an, welche Menge an Primärenergie aufzuwenden ist, um eine bestimmte Endenergiemenge bereitzustellen. Sie sind ein Werkzeug der energetischen Bilanzierung und finden unter anderem Anwendung in der Bewertung des Primärenergieeinsatzes sowie der Darstellung von Klimaschutzeffekten. PEF kommen beispielsweise in der Energieeinsparverordnung (EnEV), in der Norm DIN V 18599 zur energetischen Bewertung von Gebäuden, im übertragenen Sinne im Gesetz für die Erhaltung, die Modernisierung und den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-G) und in weiteren Rechtsnormen vor.

Der dimensionslose Primärenergiefaktor wurde mit der EnEV 2002 eingeführt und dient dazu, den Jahresprimärenergiebedarf von Gebäuden zu bestimmen. Der Gesamtprimärenergiefaktor setzt sich aus einem erneuerbaren und einem nicht erneuerbaren Anteil zusammen.

Primärenergieverbrauch

Die Menge der notwendigen Primärenergie für einen bestimmten Vorgang nennt man Primärenergieverbrauch. Er lässt sich aus dem Endenergieverbrauch und dem zugehörigen Primärenergiefaktor bestimmen und ist ein wichtiger Indikator für den Ressourcenverbrauch.

Fachbegriffe von Regenerativen Energien bis Rücklauftemperatur

Regenerative Energien

Siehe Erneuerbare Energien

Roh-Biogas

Siehe Biogas

Rücklauftemperatur

Die Temperatur des abgekühlten Heizwassers, welches zum Wärmeerzeuger zurückströmt, nennt man Rücklauftemperatur.

Fachbegriffe von Schwefeldioxid bis Strahlungsheizung

Schwefeldioxid

Schwefeldioxid ist ein farbloses Gas mit stark reizendem Geruch, welches u.a. bei der Verbrennung schwefelhaltiger Brennstoffe entsteht.

Sekundärenergie

Primärenergie wird aus Gründen der Zweckmäßigkeit in Sekundärenergie umgewandelt, die einfacher zu transportieren, verteilen, lagern und letztendlich zu nutzen ist. Sekundärenergie kann dabei in Form leitungsgebundener Energie z.B. Strom oder in Form von Produkten z.B. Benzin vorkommen.

Sicherheitsabblaseventil

Ein Sicherheitsabblaseventil ist ein Bauteil einer Gasanlage, das Gas aus einer Rohrleitung oder einem Druckbehälter bei Überschreitung des zulässigen Druckes entlässt und somit einer Zerstörung vorsorgt.

SNG

SNG (Abk. für Synthetic Natural Gas) ist ein synthetisch hergestelltes Brenngas, dessen chemische Eigenschaften weitgehend mit Erdgas übereinstimmen. Als Ausgangsstoff dient Wasserstoff (H2), welcher unter Hinzunahme von Kohlenstoffdioxid (CO2) zu Methan (CH4) umgewandelt wird. SNG kann beispielsweise mit dem Power-to-Gas-Verfahren erzeugt werden (siehe Power-to-Gas).

Solaranlagen

Als Solaranlagen bezeichnet man Anlagen, die Solarstrahlungsenergie direkt nutzen. Dazu zählen Solarthermie-Anlagen (zur Wärmerzeugung) und Photovoltaik-Anlagen (zur Stromerzeugung).

Solarthermie-Anlage

Unter einer Solarthermie-Anlage wird eine Anlage zur aktiven thermischen Sonnenenergienutzung verstanden, bei der ein Wärmeträger erwärmt wird. Die in Deutschland bekannteste Form der aktiven thermischen Sonnenenergienutzung ist die solare Trinkwassererwärmung (ggf. mit Heizungsunterstützung) mittels Pumpsystems. Eine Solarthermie-Anlage lässt sich gut mit einer (Erdgas-)Brennwertheizung kombinieren. Mehr zu Brennwert und Solar erfahren

Stadtgas

Stadtgas ist ein wasserstoffreiches Brenngas, welches durch Kohlevergasung hergestellt wurde. Stadtgas war bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein in Europa übliches Brenngas, ist aber heutzutage nahezu vollständig durch Erdgas abgelöst.

Stickstoffoxide (NOx)

Stickstoffoxide (NOX) sind gasförmige Verbindungen, die aus den Atomen Stickstoff (N) und Sauerstoff (O) aufgebaut sind. Stickstoffoxide bergen Gesundheitsrisiken und wirken sich schädlich auf Pflanzen und Böden aus. Sie entstehen vor allem bei der Oxidation von Luft-Stickstoff (N2) in Verbrennungsprozessen mit hohen Temperaturen und langen Verweilzeiten.

Strahlungsbrenner

Ein Strahlungsbrenner ist ein Heizbrenner, der Wärme hauptsächlich in Form von Strahlung abgibt (siehe Strahlungsheizung). Zu den Strahlungsbrennern gehören u.a. Gasheizstrahler.

Strahlungsheizung

Die Strahlungsheizung ist eine Heizung, deren Wärmeabgabe vorwiegend über Strahlung erfolgt, anstatt z.B. den Raum durch Konvektion zu erwärmen. Zu den Strahlungsheizungen zählen z.B. Hellstrahler und Dunkelstrahler, welche häufig in Hallen eingesetzt werden. Mehr zu gasbetriebenen Strahlungsheizungen erfahren

Fachbegriff TRGI

Technische Regeln Gasinstallation (TRGI)

Die Technischen Regeln Gasinstallation (TRGI) sind eine vom DVGW herausgegebene Vorschrift für die Planung, Errichtung, Instandhaltung und Änderung sowie Prüfung von Anlagen, die mit Gas betrieben werden.

Fachbegriffe von Verflüssigung bis Vormischbrenner

Verflüssigung

Bei der Verflüssigung werden Gase durch Kühlung und/oder Druckerhöhung in den flüssigen Aggregatzustand überführt, da sie im flüssigen Zustand ein viel geringeres Volumen haben und damit besser transportiert und gespeichert werden können. Siehe LNG

Verpuffung

Als Verpuffung wird eine schlagartig auftretende Verbrennungsreaktion bezeichnet. Anders als bei einer Explosion treten bei einer Verpuffung jedoch nur begrenzte Geschwindigkeiten und Druckerhöhungen auf, potenziell ist eine Verpuffung daher weniger gefährlich.

Versorgungsdruck

Als Versorgungsdruck wird der in der Gasleitung vorhandene Gasdruck bezeichnet.

Vorlauftemperatur

Die Vorlauftemperatur in einem Zentralheizungssystem bezeichnet die Temperatur des Heizwassers, welches den Heizflächen (z.B. den Heizkörpern) zugeführt wird. Die Vorlauftemperatur wird i.d.R. nach dem Austritt aus dem Wärmeerzeuger gemessen.

Vormischbrenner

Ein Vormischbrenner ist ein Brenner, bei dem Brenngas und Verbrennungsluft bereits vor der eigentlichen Verbrennung gemischt werden.

Fachbegriffe von Wärmeerzeuger bis Wobbe-Index

Wärmeerzeuger

Der Wärmeerzeuger ist ein Gerät, mit dem zugeführte Energie in nutzbare Wärme umgewandelt wird. So gehören z.B. Heizkessel, Wärmepumpen und Einzelraumfeuerstätten dazu.

Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe ist ein Wärmeerzeuger, welcher Wärme von einem niedrigeren auf ein höheres Temperaturniveau hebt und damit für Heizzwecke und/oder Warmwasserbereitung nutzbar macht. Als primäre Wärmequelle nutzen Wärmepumpen die Umweltwärme. Die Verwendung von sonst nicht genutzter Abwärme ist ebenso möglich. Für den Betrieb des Verdichters benötigen Wärmepumpen Antriebsenergie.

Wärmerückgewinnung (WRG)

Als Wärmerückgewinnung wird eine Maßnahme bezeichnet, bei der Wärme, die sonst nach einem Prozess ungenutzt wäre und z.B. als Abwärme an die Umgebung abgegeben würde, erneut nutzbar gemacht wird. Der häufigste Anwendungsfall im Wohngebäudebereich ist die Wärmerückgewinnung in Verbindung mit einer Zu-/Abluftanlage. Dabei wird die kalte Außenluft mittels eines Wärmeübertragers durch die warme Abluft vorgewärmt.

Warmluftheizung

Die Warmluftheizung ist eine Heizungsart, bei der die Räume direkt mit warmer Luft erwärmt werden. Anders als bei wasserbasierten Systemen wird Luft als Wärmeträger verwendet. Warmluftheizungen werden vor allem im gewerblichen Bereich genutzt. Mehr zu Warmluftheizungen erfahren

Wasserstoff

Wasserstoff (H2) ist ein farb- und geruchloses sowie ungiftiges Gas, das brennbar ist. Wasserstoff kann z. B. in Brennstoffzellen zur Stromerzeugung genutzt werden. In diesem Fall wird er häufig aus Erdgas erzeugt. In Power-to-Gas-Anlagen wird Wasserstoff aus erneuerbarem Strom synthetisiert.

Wirkungsgrad

Ein Wirkungsgrad ist allgemein das Verhältnis von abgegebener und aufgenommener Leistung bei Energieumwandlungen. In einem Heizkessel ist dies das Verhältnis zwischen abgegebener Wärme und zugeführter Brennstoffleistung, in einem Motor das Verhältnis zwischen mechanischer Arbeit und Kraftstoffeinsatz.

Wobbe-Index

Der Wobbe-Index beschreibt das Brennverhalten unterschiedlicher Gase. Gase mit gleichem Wobbe-Index können ohne bauliche Änderungen an Brennern oder Düsen von Gasgeräten gegeneinander ausgetauscht werden. 

Fachbegriffe von Zuluft bis Zündtemperatur

Zuluft

Zuluft ist im allgemeinen Fall erwärmte/gekühlte bzw. befeuchtete/entfeuchtete Luft, die einem Raum zugeführt wird, um gewisse Anforderungen, z.B. bezüglich der Raumlufthygiene, zu erfüllen. Die einer Feuerstätte zur Sicherstellung der Verbrennung zugeführte Zuluft wird als Verbrennungsluft bezeichnet und ist in der Regel nicht vorbehandelt.

Zündeinrichtung

Eine Zündeinrichtung ist ein Bauteil einer Gasfeuerungsanlage, das zum Anzünden des aus dem Hauptbrenner ausströmenden Brenngases dient.

Zündgrenze

Die Zündgrenze bezeichnet eine bestimmte Konzentration vom Brenngas-Luft-Gemisch. Die untere Zündgrenze gibt die minimal ausreichende Gaskonzentration zum Zünden an. Die obere Zündgrenze beschreibt dagegen die Konzentration, ab der nicht mehr genügend Sauerstoff (O2) im Gemisch zum Zünden vorhanden ist. Zwischen den Zündgrenzen liegt der zündfähige Bereich.

Zündtemperatur

Die Zündtemperatur ist die zur Entzündung eines Brenngas-Luft-Gemisches erforderliche Mindesttemperatur. Die Zündtemperatur ist abhängig von der Gaszusammensetzung und dem Brenngas-Luft-Verhältnis.

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