Wasserstoff im Gasnetz

Der Energieträger Wasserstoff bietet großes Potenzial: Mit ihm kann erneuerbar erzeugter Strom speicherbar und deutschlandweit zur Energieversorgung in Haushalt, Gewerbe und Industrie genutzt werden. Der grüne Energieträger kann, wie Erdgas auch in komprimierter oder in flüssiger Form gespeichert werden. Die Beimischungsgrenze von Wasserstoff im bestehenden Gasnetz liegt aktuell bei 10 Prozent.

 

Erstmals 20 Prozent Wasserstoff

Im Dezember startet der Verteilnetzbetreiber Avacon die schrittweise Beimischung von Wasserstoff auf bis zu 20 Prozent in einem Teilnetz in Sachsen-Anhalt. Neben einer möglichst gleichförmigen Beimischung sind auch volatile Einspeisungen von Wasserstoff vorgesehen. 350 Netzkunden werden in den Heizperioden 2021/22 und 2022/23 mit einem zunehmenden Anteil von Wasserstoff im Gasgemisch versorgt. Mit der Menge an Gasgeräten, die in erster Linie zur Wärmeversorgung dienen, deckt das ausgewählte Netzgebiet eine breite Gerätetechnik ab. Die Wasserstoff-Einspeisungen werden durch den DVGW wissenschaftlich begleitet, die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Weiterentwicklung des DVGW-Regelwerks ein.

 

Das Gasnetz als Speicher

Mit der Nutzung des Gasnetzes als Speicher- und Transportmedium können die erneuerbaren Energien schneller integriert und die Stromnetze in Folge entlastet werden. Ca. 1,8 Millionen industrielle und gewerbliche Endverbraucher sind an die Gasverteilnetze in Deutschland angeschlossen. Durch eine Umstellung der Verteilnetze auf die zunehmende Durchleitung von Wasserstoff kann dieser den industriellen und gewerblichen Endverbrauchern direkt zur Verfügung gestellt werden.